Der Mini in sicheren Hnden ?

Es ist Zeit, der Wahrheit ins Gesicht zu sehen: Die Miniproduktion endet nchstes Jahr. Wie wird`s weitergehen? Phil Payne, Direktor des British Heritage Museums hat die Antworten.

Wenn der Mini weitere 40 Jahre produziert werden wrde, wre es ein Leichtes sich vorzustellen diesen in den Rover Austellungsrumen bis 2039 stehen zu sehen. Aber das wird nicht passieren. Die Miniproduktion in Longbridge wird Ende nchsten Jahres auslaufen und damit wird eine ra enden. Es ist ein Leichtes, dies als groe schwarze Wolke zu sehen, aber da ist trotzdem ein Silberstreif am Horizont.
Phil Payne wurde im April 1998 zum Direktor des British Heritage Museum berufen. Er arbeitete fr Rover und dessen Vorgnger mehr als 36 Jahre, am Hhepunkt als Produktionsdirektor  von Body & Pressings in Swindon.
Nicht nur, dass er eine Flle von Erfahrung und Wissen dem bereits erfahrenen Team von Heritage hinzufgte, wenn man eine Weile mit ihm spricht erkennt man die Freude ber seine jetzige Position  und die Leidenschaft fr das was er macht. Es scheint, als wre er genauso in den Werksttten (wo er von den  Arbeitern mit Vornamen gegrt wird) als auch  in der Vorstandsetage zu Hause.In den folgenden Seiten werden wir faszinierende Einblicke hinter die Kulissen von BMH mit den Worten von Phil Payne (PP im Text) und Peter Taylor (PT, Projektmanager fr Mini) gewinnen.Es war groartig all die Aktivitten in Witney zu sehen, es war eine klare Demonstration dass es sich nicht um reine Lippenbekenntnisse sondern um positive Arbeiten handelt um sicherzustellen, das der Mini und seine Besitzer auch in Zukunft gut gepflegt werden.Phil weist auch sofort darauf hin, das es sich definitiv nicht um das AUS fr den Mini  handelt und Heritage nicht am Leben nach dem Mini sondern an dessen Wiedergeburt arbeitet.

Was hat Rover, und im speziellen Heritage in petto fr den Mini?

PP:   
Unser Projekt nennt sich "Mini Classic Bereitstellung von Ersatzteilen fr ein klassisches Auto". DiesesProjekt ist bereits am Leben, diverse Leute sind bereits damit beschftigt und wir sprechen mit Peter Taylorum sicherzustellen das dies auch alles passiert.Die Firma hat bereits zugestimmt, das dem Auto der Name Mini Classic gegeben wird. Der aktuelle Fahrzeugbestand beluft sich im Moment auf zirka 800.00 Stck weltweit. Wir denken das die zuknftige
Lebensdauer des Fahrzeugs sich auf  zirka 20 Jahre beluft - wir haben im Moment keine besserenAussichten aber das ist was wir denken, zirka 20 Jahre. Mit einem mglichen Einnahmenfluss von zirka 40 Millionen Pfund im Jahr fr alle Beteiligten - und ich spreche nicht nur ber BMH - gibt das einKonzept ber die logischen Folgen und demonstriert, dass das Projekt durchaus lebensfhig ist. Es ist sehr verschieden  von den anderen BMH-Projekten, da es sich um niedrigere Preise fr den Mini und dafr um hhere Stckzahlen handelt. 800.000 Fahrzeuge ist um einiges mehr als wir bei den MG`s haben.

Der Mini scheint ein spezieller Fall zu sein. Wrde es bei einem Fahrzeug, dessen Produktion gerade ausluft, nicht der Verantwortung des Herstellers obliegen fr die Bereitstellung von Ersatzteilen und Reparaturblechen zu sorgen?

PP:
BMH spielt eine bedeutend grere Rolle und viel frher in Bezug auf den Mini , als es normal der Fall sein wrde. Darum bentigen wir auch ein Mini Classic Grundlagenteam, und das ist genau das was wirjetzt haben - Leute denen Aufgaben zugewiesen werden.
 
Es wird so funktionieren: Wir werden die Ersatzteilegruppen fr das gesamte Fahrzeug in Module teilen, sodass wir die Rohkarosserie, Fahrwerk, Innenausstattung, Lenkung etc. haben. Dann haben wir zu entscheiden (wo es zutrifft), einen "all time buy out" von Ersatzteilen zu machen - wir machen so und so viel und stoppen weil uns diese Teile dann so weit bringen als ntig oder wenn es sinnvoller ist ent-scheiden wir uns zu einer Einmottungsstrategie fr lebenswichtige Werkzeuge und Austattungen und bringen diese dann spter auf den Markt. Es ist unumgnglich, wenn es zum Lebensende einer Fahrzeug-produktion kommt das am Anfang genug Teile zur Verfgung stehen. Dann aber trocknet es auf, und es geht wieder zurck zum Produktionsprozess.
Das Ziel des Ganzen ist, die gesamte Arbeit zu erledigen bevor es zum Kollisionspunkt kommt - Die Lager sind leer. Die MG waren zwei Jahre aus der Produktion, bevor das Geschft mit den Ersatzteilen begann und wir mussten uns erst von dieser 2-jhrigen Unterbrechung erholen. Jetzt haben wir die Gelegenheit mit Mini Classic dafr zu sorgen, das dies nicht wieder passiert.

PT:  
Das Potenzial ist da, aber wir planen dagegen. Es ist ein gewisser Rckgang  bei den lteren Minimodellen, aber bei allem fr den jetzt aktuellen Mini, wenn die Planung stimmt, kein Grund warum es nicht ein sanfter bergang werden sollte.

PP:
Die Aussicht auf die Projekte MkIII/MkIV und Clubman  fr diese 20-jhrige Periode ist der jetzt im Gang befindliche Prozess das ist auch das, wo wir bereits Leben eingehaucht haben. Wir beabsichtigen dann, in den Modellreihen zurckzugehen, wie durch die Zeit, zu den MkI und MkII. Wir bernehmen die Ver-antwortung fr die MkV Modelle die jetzt aktuelle Baureihe. Dann haben wir den Ehrgeiz bis zu den Pick-up, Van und Traveller-Modellen zu gehen. Meine Politik ist, sicher zu sein es auch durchfhren zu knnen bevor wir es beginnen. Das war auch genau das, was wir mit den MkIV Modellen gemacht haben. Es war bereits in Produktion wie wir es angekndigt haben und so werden wir es wieder und wieder machen.

Es scheint, das die Original Presswerkzeuge fr den Mini im Lauf der Jahre und der Modernisierung abgendert anstatt ausgetauscht wurden. Schafft dies nun Probleme?

PP:
Das ist kein Problem, weil ein Problem ist etwas wofr man keine Lsung hat. Zum Beispiel, das Werk-zeug fr die Frontmaske wurde unwiderbringlich fr den aktuellen Typ verndert, und das war fr Swindon die richtige Entscheidung zur richtigen Zeit fr das Modelljahr `97. Das war um einiges gnstiger als die Entwicklung eines neuen Werkzeugs. Andererseits hat es auch bedeutet, das wir enorme Kosten aufwenden mussten um Einstze zu entwickeln, die die Produktion von beiden Typen zulieen. Ich wnschte wir wren damals in die Entscheidung eingebunden worden aber das war nicht der Fall.

PT: 
Der in der Rohkarosserie benutzte Innenkotflgel ist vom aktuellen Typ mit einem Einsatz, gefertigt auf einem Kleinserien-Werkzeug um es auf den alten Typ fr den seitlichen Khler zu konvertieren. Das ist ausreichend fr das was der Markt jetzt verlangt. Das Werkzeug, das wir fr die Produktion der Khler schlitze entwickelt haben ist aber auch dafr vorgesehen, zu irgendeiner zuknftigen Zeit als vollwertiges Werkzeug zu dienen. Das heit, wenn wir die Kontrolle ber die Werkzeuge fr den aktuellen Innen-kotflgel haben  knnen wir dieses Werkzeug auch fr nderungen an dem jetzt aktuellen Kotflgel ver-wenden. Wir knnen dann zu den Original-Spezifikationen zurckgehen anstatt Unsummen fr reparierte Teile aufwenden zu mssen

Das heit, Mini-Enthusiasten knnen sich darauf verlassen auch in Zukunft Originalbleche und Ersatzteile zu erhalten?

PP:
Fr mich ist unsere grundverschiedene Geschftspolitik entscheidend. Was dem Britischen Automobil-markt fr Klassische Fahrzeuge passierte, ist, dass Unternehmer Geschfte gegrndet haben, die darauf basieren, zu kopieren, was wir produzieren und darum ihre Produkte zu oft sehr gnstigen Preisen am Markt platzieren.
Wenn du diese Produkte ansiehst, haben diese die selbe Form und sie sind schwarz, wenn du aber unter die Oberflche siehst dann ist die Kopie ein minderwertiges Produkt. Wir werden auf keinen Fall unsere Strategie "Authentische Originalausrstung produziert zu den Original Spezifikationen" ndern, diese wird weiterhin bestehen. Alle unsere Produkte sind mit authentischer Ausrstung, mit Originalwerkzeugen und den modernsten Materialien erzeugt welche im Automobilbau verfgbar sind. Wir kaufen unseren gesamten Stahl bei "British Steel", dieser ist auch verzinkt.
Nachdem wir die gesamte Zusammenstellung erledigt haben, gelangen die Produkte zu unseren Lackierern, welche nach den modernsten Automobil-Standards arbeiten. Die Lackierarbeiten beginnen damit - egal ob es sich um eine komplette Rohkarosserie oder nur um ein Einzelteil handelt -  das die Komponenten durch ein Elektrisches Tauchbad gehen.Das ist auch der Grund, warum es der modernen Automibilindustrie mglich ist, eine 6-jhrige Garantie gegen Durchrostung zu geben, die Verzinkung und das Elektrische Tauchbad. Es sind zwar sehr teure Arbeitsprozesse, diese sichern aber dem Kunden ein Qualittsprodukt.
Die Produkte unserer Konkurrenten sehen zwar genau gleich aus, durchlaufen aber nicht diese Prozesse
und man kauft auch keine garantierte Qualitt - die Bleche korrodieren.

PT:
Wir sind sehr, sehr stolz auf unsere Produktpalette. Diese ist wahrscheinlich, wenn nicht sicher die Einzigen
Reparaturbleche fr Fahrzeuge welche auf  den Originalwerkzeugen produziert werden - weltweit. Die Qualitt zeigt sich nicht nur in der Haltbarkeit, sondern auch in der Passgenauigkeit. Wenn ein Kunde eines unserer Bleche und ein Nachbaublech kauft und versucht dieses zu montieren, wird er schnell erkennen, das der mglicherweise hhere Preis unseres Bleches aufgehoben wird durch die aufzuwendende Zeit dasNachbaublech anzupassen. Wir haben unsere Bleche fr eine mglichst einfache Montage entwickelt. Auch bedingt durch ein gewisses Feed-back des Marktes haben wir einen Teil unserer Bleche sogar weiter entwickelt, um eine noch einfachere Montage zu ermglichen - wie zum Beispiel die hinteren Eckbleche. Wir betreiben groen Aufwand  um den Kunden immer die besten Qualittsprodukte zu garantieren.

Mini`s knnen immer noch als billige Fahrzeuge fr Reparatur und Unterhalt betrachtet werden. Einstellungen knnen sich ndern, aber denken Sie dass Leute immer noch bereit sein werden grere Summen in die Restauration eines Mini zu investieren ?

PP:
Nachdem der Mini nicht mehr verfgbar ist und wenn die Ersatzteile immer weniger und weniger und nicht
mehr verfgbar sein werden, wenn von den im Moment existierenden 800.000 Stck diejenigen verschwinden, welche  Nicht-Enthusiasten besitzen und nur diese berbleiben, welche im Besitz von  Leuten sind die Mini`s pflegen und lieben, werden sich die vorherrschenden Einstellungen ndern. Fr uns ist es wichtig die Verantwortung  fr die Dinge in 10 Jahren von jetzt ab zu bernehmen und unsere Strategie ist diese Bedrfnisse jetzt zu befriedigen. Und kein anderer macht das. Wir bernehmen diese Verantwortung jetzt, wir investieren auch eine Menge Geld in dieses Projekt, und nicht nur wegen des Gewinns sondern auch weil Rover und die BMW-Gruppe enormen Wert in den Mini und sein Ansehen fr uns legen. Er reprsentiert eine stolze Geschichte fr uns und darum mchten wir auch die Mglichkeit haben, um ihn in Zukunft als Produkt zu prsentieren auf das wir stolz sein knnen. Wir haben die Verantwortung zu bernehmen das beste Produkt zu produzieren. Das ist etwas was wir tun und zeigen, und nicht nur darber sprechen.

Es ist eine Sache, ein Produkt zu produzieren und eine andere, es zum Endverbraucher zu bringen - die Minibesitzer. Ist das eine Frage die Sie bereits geklrt haben?

PP:   
Letztes Jahr unterzeichneten wir einen Vertrag mit einer Verteilerfirma. Wir haben gesehen, dass unser eigener Zustellprozess welchen wir fortsetzen werden, wir haben eine eigene kleine Flotte von Zustellfahrzeugen und wir beliefern unsere Spezialisten direkt - fr die geplanten Zuwchse wenn wir Mini und Miniteile addieren nicht ausreichen werden.
Wir bernehmen die Auftragsannahme und Administration, werden die Auftrge dann aber weiterreichen. Es ist ein sehr aktiver, energetischer Prozess welcher Auftrge in Zustellungen binnen nur 24 Stunden verwandelt.
Unser Zugang zum Markt, egal ob in Grobritannien, Europa, Japan oder in den USA ist eine Kombination von Zusammenarbeit mit den Klubs, Roverhndlern - welche mit dem Mini Classic weiterarbeiten mchten und natrlich den Spezialisten.

Das heit, die Mini-Enthusiasten werden auch in Zukunft leichten Zugang zu Qualittsprodukten haben?

PP:
Unser Plan ist grtmgliche Sorgfalt darauf zu legen, dass Mini-Enthusiasten weiterhin Zugang zu Teilen fr Ihren Mini Classic haben  und unser Projekt wird auf die Sicherstellung dessen erstellt.

Aus: Mini Magazin, Ausgabe Juni 1999

bersetzung durch Christian Odo Schwentner 


© 1998 - 2007 Bernhard Denk  Webmaster - [Letztes Update dieser Seite: 25.05.2007]